„Reflexion” ist eine Gegentrend-Strategie, die jedoch nicht auf eine vollständige Trendumkehr abzielt. Sie basiert auf einer physikalischen Eigenschaft des Marktes: Nach einer abrupten, volatilen Bewegung kehrt der Kurs nahezu immer in die Zone zurück, aus der der Impuls seinen Ursprung nahm. Dieses Phänomen wird als Rücksetzer zum Gleichgewichtspunkt oder als Impuls-Echo bezeichnet.
Im Gegensatz zu klassischen Korrektursystemen wartet „Reflexion” nicht auf Fibonacci-Niveaus von 38,2 % oder 50 %. Der Fokus liegt vielmehr auf dem strukturellen Ausgangspunkt des Impulses – jener Stelle, an der der Kurs einen lokalen Widerstand bzw. eine lokale Unterstützung durchbrochen und an Dynamik zugenommen hat. Genau dorthin kehrt der Markt in der Regel zurück, um zu „prüfen”, ob die betreffende Zone bei den Marktteilnehmern weiterhin auf Interesse stößt.
In diesem Artikel erfahren Sie mehr über eine effiziente Methode für den Handel mit digitalen Kontrakten sowie über die Einrichtung des Handelsterminals von Pocket Option für deren Anwendung.
Nach welchem Prinzip funktioniert das?
Digitale Kontrakte sind Instrumente mit fester Laufzeit. Langwierige Trendumkehrungen sind hier unrentabel. Kurze, vorhersehbare Rücksetzer hingegen stellen ein ideales Ziel dar. „Reflexion” fängt die zweite Reaktionswelle ein: weder den Impuls selbst (zu schnell) noch die Trendumkehr (zu langwierig), sondern den Rückprall vom Impulsziel zurück zum Ausgangspunkt. Dieser Vorgang dauert häufig zwischen 15 und 45 Minuten – optimal für Optionen mit einer Laufzeit von 5 bis 30 Minuten.
Anforderungen an Markt, Instrumente und Basiswerte
Diese Methode ist besonders effektiv bei Basiswerten mit ausgeprägter intraday-Volatilität und klarer Struktur:
- Währungspaare: GBP/JPY, EUR/JPY, AUD/JPY (hoher Spread, aber kraftvolle Impulse).
- Kryptowährungen: BTC/USD, ETH/USD (in Liquiditätsphasen).
- Indizes: US Tech 100, GER40 (reagieren auf die US-amerikanischen/europäischen Handelssitzungen).
Nicht empfohlen: Gold (zu viele Fehlausbrüche), exotische Währungspaare.
Arbeitszeitrahmen: M1 oder M3 – für maximale Präzision bei der Lokalisierung des Impulses. Die Kontextanalyse erfolgt auf M15.
Erforderliche Instrumente:
- Horizontale Linien – zur Markierung der Impuls-Ausgangszone und des Impulsziels.
- Volumen – als Histogramm unter dem Chart dargestellt.
- Stochastik-Oszillator (5, 3, 3) – zur Bestätigung von Überkauft-/Überverkauft-Zuständen am Zielpunkt.
- Kerzenanalyse – das Schlüsselelement: Wir suchen eine Impulskerze (Körpergröße ≥ 3× der durchschnittlichen Kerze der letzten 10 Perioden).
Schritt-für-Schritt-Handelsalgorithmus der Strategie „Reflexion”
Schritt 1: Identifikation der Impulswelle (auf M1/M3)
Wir suchen nach:
- Einer oder zwei aufeinanderfolgenden Impulskerzen mit kleinen Dochten und großem Körper.
- Einem abrupten Volumenanstieg – mindestens das Doppelte des Durchschnitts der letzten 20 Balken.
- Einem klaren Durchbruch eines strukturellen Niveaus (z. B. vorheriges Tief/Hoch, innere Range von 5 Kerzen).
Wir markieren:
- Punkt A – die untere Grenze der Impulskerze (bei Aufwärtsbewegung) bzw. die obere Grenze (bei Abwärtsbewegung).
- Punkt B – das Hoch/Tief, das innerhalb von 5–10 Kerzen nach dem Impuls erreicht wurde (das „Impulsziel”).
Die Distanz zwischen A und B entspricht der Impulsamplitude.

Schritt 2: Warten auf das „Echo”
Nach Erreichen von Punkt B verliert der Kurs in der Regel an Dynamik:
- Das Volumen fällt abrupt ab.
- Es erscheinen Kerzen mit langen gegenläufigen Dochten („Pin Bars”).
- Der Stochastik-Oszillator bewegt sich in die Zone >80 (bei Aufwärtsbewegung) bzw. <20 (bei Abwärtsbewegung) und beginnt zu drehen.

Schritt 3: Handelseinstieg
Das Einstiegssignal entsteht, wenn der Kurs in die Zone von Punkt A ± 10–15 Punkte (bei Währungspaaren) bzw. ±0,3 % (bei Kryptowährungen) zurückkehrt. Die Bedingungen:
- Der Kurs berührt oder durchbricht die Zone A von unten (für CALL) bzw. von oben (für PUT).
- Der Stochastik-Oszillator kreuzt die Signallinie in die Gegenrichtung (bullische Kreuzung nach oben, bärische Kreuzung nach unten).
- Das Volumen der Einstiegskerze liegt über dem Durchschnitt (Bestätigung des Interesses).
- Wir kaufen eine CALL-Option, wenn der Impuls aufwärts gerichtet war und der Kurs von unten zu Punkt A zurückkehrt.

- Wir kaufen eine PUT-Option im umgekehrten Fall.
Laufzeit: 3 bis 7 Kerzen des aktuellen Zeitrahmens (z. B. auf M3 entspricht das 9–21 Minuten).
Die Strategie „Reflexion” erfordert Geduld. Manchmal gibt es über 2–3 Stunden hinweg keine geeigneten Bedingungen – und das ist völlig normal. Diese Methode richtet sich an Trader, die Qualität über Geschwindigkeit stellen.

